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Einen Onlineshop technisch aufzubauen, ist heute vergleichsweise einfach. Der langfristige Betrieb besteht jedoch aus deutlich mehr als dem Hochladen von Produkten und der Einrichtung eines Zahlungssystems. Preisgestaltung, Lagerbestand, Versand und die Größe des Sortiments können entscheidenden Einfluss darauf haben, wie effizient ein Onlineshop funktioniert.

Wie sollten die Preise kalkuliert werden?

Bei der Preisgestaltung reicht es nicht aus, nur vom Einkaufspreis eines Produkts auszugehen. Auch Verpackung, Gebühren der Zahlungsanbieter, mögliche Plattformkosten, Marketing, Retouren und natürlich Steuern müssen berücksichtigt werden.

Die Preise der Konkurrenz können eine hilfreiche Orientierung bieten. Es ist jedoch nicht immer sinnvoll, unbedingt der günstigste Anbieter sein zu wollen. Die Marge muss schließlich auch die laufenden Kosten des Unternehmens abdecken.

Mit wie vielen Produkten sollte man starten?

Eine ideale Anzahl an Produkten gibt es nicht. Ein spezialisierter Onlineshop kann bereits mit 10 bis 20 sorgfältig ausgewählten Produkten sinnvoll starten, während in anderen Bereichen ein deutlich größeres Sortiment notwendig sein kann.

Mehr Produkte bedeuten nicht automatisch einen besseren Onlineshop. Ein kleineres, übersichtliches und gut präsentiertes Sortiment kann wertvoller sein als mehrere hundert Produkte mit unvollständigen Beschreibungen, schlechten Bildern oder unzuverlässigen Bestandsinformationen.

Das Sortiment kann später anhand der tatsächlichen Nachfrage schrittweise erweitert werden.

Lagerbestand und Bestandsverwaltung

Wer mit einem eigenen Lager arbeitet, muss ein Gleichgewicht zwischen zu wenig und zu viel Ware finden. Ist ein beliebtes Produkt regelmäßig ausverkauft, können Bestellungen verloren gehen. Ein zu großer Lagerbestand bindet dagegen Kapital, verursacht Lagerkosten und kann bei bestimmten Produkten mit der Zeit an Wert verlieren.

Es lohnt sich deshalb zu beobachten, welche Artikel sich besonders schnell verkaufen, wie lange die Beschaffung neuer Ware dauert und welcher Sicherheitsbestand sinnvoll ist.

Auch die Bestandsanzeige im Onlineshop sollte möglichst aktuell gehalten werden. Das ist besonders wichtig, wenn dieselben Produkte zusätzlich in einem Ladengeschäft oder über andere Verkaufskanäle angeboten werden.

Welche Versandmöglichkeiten sollte man anbieten?

Nicht jeder Kunde hat die gleichen Wünsche. Für manche ist die Lieferung nach Hause am bequemsten, andere bevorzugen eine Packstation oder einen Paketshop. Ein lokales Unternehmen kann zusätzlich eine persönliche Abholung anbieten.

Es ist nicht notwendig, jede denkbare Versandart anzubieten. Wichtiger sind einige zuverlässige Möglichkeiten, die zu den Bedürfnissen der eigenen Zielgruppe passen.

Die voraussichtliche Lieferzeit und die Versandkosten sollten für den Kunden bereits vor dem Kauf klar erkennbar sein.

Wie lassen sich Versandkosten optimieren?

Kostenloser Versand klingt attraktiv, ist aber natürlich nicht wirklich kostenlos. Das Unternehmen kann die Versandkosten in die Produktpreise einrechnen, sie aus der eigenen Marge übernehmen oder einen Mindestbestellwert festlegen, ab dem die Lieferung kostenlos wird.

Ein solcher Mindestbestellwert kann gleichzeitig einen Anreiz schaffen, den Wert einer Bestellung zu erhöhen.

Es lohnt sich außerdem, die Preise verschiedener Versanddienstleister zu vergleichen. Bei steigenden Bestellmengen können Geschäftskonditionen oder individuelle Versandtarife interessant werden.

Auch Größe und Gewicht der Verpackung spielen eine Rolle. Ein unnötig großer Karton benötigt nicht nur mehr Verpackungsmaterial, sondern kann unter Umständen auch höhere Versandkosten verursachen.

Auch Retouren gehören zum Onlineshop

Bei der Kostenplanung sollten mögliche Rücksendungen ebenfalls berücksichtigt werden. Ein zurückgesendetes Produkt muss angenommen, kontrolliert und gegebenenfalls erneut eingelagert werden.

Genaue Produktbeschreibungen, hilfreiche Größenangaben und realistische Produktbilder können dazu beitragen, Rücksendungen zu vermeiden, die entstehen, weil der Kunde etwas anderes erwartet hat.

Der Onlineshop arbeitet auch nach der Bestellung weiter

Der Betrieb eines Onlineshops endet nicht mit dem Klick auf den Bestellbutton. Kunden benötigen eine Bestätigung, verständliche Informationen zum Versand und bei Problemen eine erreichbare Kontaktmöglichkeit.

Gleichzeitig lohnt es sich zu analysieren, welche Produkte besonders häufig angesehen und gekauft werden, an welcher Stelle Besucher den Kaufprozess abbrechen und welche Fragen regelmäßig von Kunden gestellt werden.

Ein guter Onlineshop ist deshalb kein einmal erstelltes und anschließend unverändertes System. Durch die kontinuierliche Anpassung von Sortiment, Preisen, Lagerbestand und Versand kann er sich Schritt für Schritt zu einem effizienteren Vertriebskanal entwickeln.

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